Fugen bei Rissen und Schimmel erneuern

Bei Schimmelbildung oder schweren Beschädigungen und Rissen in den Fugen reicht eine oberflächliche Ausbesserung nicht mehr aus, in diesem Fällen müssen die Fugen vollständig erneuert werden, um schlimmere Folgeschäden zu vermeiden.

Besonders in Räumen mit einer hohen Belastung durch Feuchtigkeit kann es durch solche Probleme bei Nichtbeachtung schnell zu weitläufigen Problemen kommen, die oft leider erst sehr viel später oberflächig bemerkt werden. Je nach Belastung empfehle ich daher unbedingt die Fugen alle 7 – 10 Jahre zu erneuern. Obwohl das vielleicht im ersten Moment ziemlich aufwendig erscheint, ist das tatsächlich mit den richtigen Hilfsmitteln relativ schnell selbst erledigt!

Hinweis: Die hier beschriebene Methode ist so NICHT 1:1 für Silikonfugen geeignet. Silikonfugen sind meist für Dehnungs- und Wandanschlussfugen vorgesehen. Sie sind aber auch im Bereich von Duschen und Waschbecken im Einsatz. Wie Sie Silikonfugen erneuern können, habe ich in diesem Beitrag für Sie zusammenfasst.

graue Fliesen im Bad

Was Sie dafür benötigen:

  • Multifunktionswerkzeug + dazugehörige Hartmetall- oder Diamantplatte
  • passende Fugenmasse
  • Cuttermesser oder Fugenkratzer
  • Schwamm
  • Fugenspachtel
  • Staubsauger
  • Fugenglätter

Den alten Fugenmörtel entfernen

Bevor Sie beginnen, sollten Sie den angrenzenden Bereich freiräumen sowie empfindliche Stellen abdecken oder gegebenenfalls abkleben, um zusätzliche Schäden oder Dreck zu vermeiden. Falls die Stelle sich höher an einer Wand befindet, sorgen Sie bitte für einen festen und stabilen Stand auf einer Leiter bzw. einem Tritthocker.

Fugen werden üblicherweise mithilfe eines Multifunktionswerkzeugs entfernt, zwar ist es theoretisch möglich, dies nur mit einem Fugenkratzer zu schaffen, das kostet allerdings so viel Zeit und Ausdauer, sodass ich nur davon abraten kann. Ein solches Multifunktionswerkzeug wie der mehrmalige Testsieger “Fein Multimaster”* haben viele bereits als Allrounder-Gerät zu Hause liegen, lässt sich aber natürlich auch bei vielen lokalen Fachmärkten gegen eine kleine Gebühr ausleihen. Und Sie können mir glauben, dass dieses handliche Gerät Ihnen einiges an Frust ersparen wird 😉

Für das Werkzeug brauchen Sie noch die entsprechende Hartmetall-Sägeblatt* (HM), die das problemloser ausfräsen des Fugenmörtels ermöglicht. Haben Sie alles vorbereitet, geht es jetzt ans Eingemachte!


Achtung: Sollten Sie größere Flächen bearbeiten, empfehle ich das Tragen einer Schutzmaske, da es dabei zu größerer Staubentwicklung kommt.



Setzen Sie an der Fuge an und arbeiten sich von oben nach unten durch, das ist sehr wichtig, damit sich kein abfallender Fugenmörtel in die schon ausgefrästen Fugenrillen absetzen kann.

Achten Sie beim Schneiden auf die Fliesenkanten und lassen Sie sich dabei genügend Zeit, behalten Sie das Multitool fest und sicher im Griff, um ein Abrutschen und Beschädigen der Fliesen zu verhindern. Dabei ist es völlig normal, dass dünne Überreste an den Rändern stehen bleiben, diese werden erst im Anschluss entfernt, Sie brauchen also noch definitiv keine Maßarbeit an den Kanten. Auch die Fliesenstärke sollte im Blick behalten werden, bei tieferen Einschnitten kann sonst die Abdichtung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Fliesenrückwand Küche

Die letzten Rückstände der Fuge lassen sich mit dem Multitool aber leider nur schwer beseitigen, hier kommt dann ein solcher Fugenkratzer* oder auch ein Cuttermesser zum Einsatz. Mit diesem lassen sich die letzten losgelösten Reste aus der Fugenrille problemlos entfernen.

Ich rate übrigens nicht dazu für dazu diesen Arbeitsschritt mit Hammer und Meißel durchzuführen, die Wahrscheinlichkeit der Beschädigung der umliegenden Fliesen steigt durch die extreme Krafteinwirkung nämlich enorm. Nehmen Sie anschließend einen Staubsauger zur Hand und saugen Sie die restlichen kleinem Schmutz- und Staubpartikel ab, gehen Sie danach noch mit einem leicht feuchten Schwamm durch die Rille und lassen Sie den Bereich trocknen. Damit stellen wir sicher, dass keine störenden Partikel die Haftung der neuen Fuge verringern.

schwarz-weiß-Muster-Fliesen

So klappt das neu verfugen

Nun ist der Weg für das Verlegen Ihrer neuen Fuge frei. Im ersten Schritt müssen Sie natürlich den passenden Fugenmörtel genau nach Anleitung anrühren. Auch die jeweilige Reifezeit ist wichtig und ist der Anleitung auf der Verpackung zu entnehmen. Sollten Sie mehr Informationen zu den unterschiedlichen Arten von Fugenmörtel und dessen Einsatzgebieten benötigen, kann ich Ihnen den ausführlichen Beitrag der Kollegen von “tipps-zum-Bau” empfehlen.

Sobald die richtige Konsistenz erreicht wurde, kann das Auftragen beginnen. Hierzu wird die Masse mit dem Fugenspachtel/Fugengummi* diagonal zum Verlauf der Fuge eingearbeitet. Gehen Sie dabei ruhig gründlich vor und wiederholen Sie das Auftragen mehrfach. Nehmen Sie jetzt den Fugenglätter* zur Hand und sorgen Sie mit durchgezogenen diagonalen Wischbewegungen für eine glatte ebene Fugenoberfläche.

Lassen Sie die Masse einige Minuten lang trocknen und kontrollieren Sie per Fingerberührung, ob sich eine Art Haut auf der Fugenoberfläche gebildet hat. Erst jetzt kümmern wir uns um die Rückstände und letzte Feinheiten, dazu benötigen wir einen feuchten Schwamm.

Mit diesem können Sie die Fugen leicht abfahren, um so für eine strukturierte und polierte Oberfläche zu sorgen. Auch eventuelle Rückstände auf den benachbarten Fliesenoberflächen sollten Sie jetzt mit dem feuchten Schwamm und mit einem Reinigungsmittel (Zementschleierentferner*) beseitigen, bevor diese vollständig austrocknen. Nun sollten Sie die Fläche in Ruhe etwa 24 – 36 Stunden Trocknen lassen, bevor Sie sie wieder belasten oder gründlich reinigen können.


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