Zementmörtel oder Epoxidharzmörtel für Fliesenfugen?

Unter Fliesenlegern galt Zementfugenmörtel lange Zeit als bestes Material zum Ausfüllen und Abdichten von Fliesenzwischenräumen. Doch vor allem aufgrund der Aspekte Haltbarkeit und Praktikabilität wird heutzutage immer häufiger auf Epoxidharzfugenmörtel gesetzt.

In diesem Beitrag möchte ich daher auf die Unterschiede und die jeweiligen Vor- und Nachteile dieser Fugenmörtel eingehen. Außerdem klären wir die Frage, für welche Einsatzgebiete sich eher ein zementgebundener und wann sich ein epoxidharzgebundener Fugenmörtel eignet.

Vor- und Nachteile von Zementfugenmörtel

Zementmörtel ist ein traditionelles Material, welches aus Gesteinskörnungen, Zementpulver als Bindemittel und Pigmenten besteht. Er wird in den meisten Fällen als Trockenmischung verkauft, die vor dem Gebrauch zunächst noch nach Herstellerangaben mit Wasser abgemischt werden muss.

Ein großer Vorteil von Flexfugenmörtel* ist die Tatsache, dass er über hydraulische Eigenschaften verfügt und somit gut mit einer hohen Gewichtsbelastung (z. B. durch Fahrzeuge oder schwere Möbel und Maschinen) zurecht kommt. Hier finden Sie eine gute Auswahl in verschiedenen Farbtönen:

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Dank einer großzügigen Verarbeitungszeit ist zementgebundener Fugenmörtel relativ entspannt verarbeiten. Sollten Rückstände auf den Fliesen zurückbleiben, lassen sich diese mit einem geeigneten Zementschleierentferner* auch noch nach dem Trocknen von der Oberfläche der Fliesen beseitigen.

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Zementmörtel ist im Vergleich zu Epoxidharzmörtel die kostengünstigere Alternative. Der Einsatz von Zementmörtel ist daher gerade auf großen Flächen finanziell attraktiv. Durch steigende Popularität und effizientere Herstellungstechniken von Epoxidharzmörtel kann sich das in Zukunft jedoch ändern.

Leider hat Zementmörtel auch Nachteile. Aufgrund der starren Verbindung ist diese Art des Fugenmörtels nicht ganz so langlebig. Fällt die Belastung zu hoch aus, werden Fugen aus Zementmörtel mit der Zeit porös und rissig. Ist dies der Fall, müssen die Zementfugen erneuert werden!

helles Fliesenmuster im Essbereich Zementfugenmörtel

Tipp: Um langfristig Schäden an Ihren Fliesen zu vermeiden, sollten Fugen immer breit genug planen. Welche Fugenbreite in Ihrem Fall notwendig ist, lesen Sie in folgendem Beitrag:


Was ist Epoxidharzmörtel?

Fugen, die mit Epoxidharz gefüllt wurden, sind bekannt für ihre Beständigkeit. Epoxidharzmörtel setzt sich aus Reaktionsharzen, Polymeren, Pigmenten und einem Härter zusammen. Dank dieser Zusammensetzung weisen Epoxidharzfugen ähnliche Eigenschaften wie Zementfugen auf, sind gleichzeitig aber nicht so starr wie diese.

Dank dieser Eigenschaft sind epoxidharzgebundene Fugenmörtel ( auch als 2 K Fugenmörtel bekannt) perfekt für Orte geeignet, auf denen viel Bewegung herrscht. Typische Einsatzgebiete für Epoxidharzfugen sind Flure, Küchen und Terrassen in privaten Haushalten oder im gewerblichen Raum Gaststätten, Büros oder Ausstellungsflächen.

Epoxidharz-Fugenmörtel* wird auf die gleiche Weise aufgetragen und eingearbeitet wie Zementfugenmörtel. Trotz der Gemeinsamkeiten ist die Verarbeitung von Epoxidharzmörtel mit mehr Aufwand verknüpft.

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Das liegt daran, dass Epoxidharz eine kürzere Verarbeitungszeit hat als Zement, insbesondere bei wärmeren Temperaturen. Außerdem lässt sich ausgehärtetes Epoxidharz nur mit viel Mühe entfernen, weshalb es außerordentlich wichtig ist, sämtliche Rückstände gründlich von den Fliesen zu beseitigen.

Wichtig: Mit Epoxidharz abgedichtete Fugen sollten nicht über längere Zeit mit lösemittelhaltigen Substanzen und mit starken Hitzequellen (z. B. Kochherde in einer Großraumküche) in Kontakt kommen! Dies kann ansonsten die Struktur des Epoxidharzes nachhaltig beschädigen.

Außenbereich Pool Fliesen epoxidharzfugenmörtel

Epoxidharz- oder Zementfugenmörtel – Was ist die bessere Wahl?

Bevor man sich für einen Fugenmörtel entscheidet, müssen einige Faktoren in Bezug auf den Einsatzort berücksichtigt werden. Falls Sie den Beitrag bis hierhin aufmerksam gelesen haben, ist Ihnen natürlich klar, dass Zement- und Epoxidharzmörtel eindeutige Vor- und Nachteile besitzen.

Die Einsatzmöglichkeiten für moderne Zementfugenmörtel sind nach wie vor sehr vielfältig:

  • Fliesen in Verbindung mit einer Fußbodenheizung
  • Gewöhnliche Wohnräume und Keller
  • Einfahrten und Garagen
  • Äußerst budgetfreundliche Lösung für größere Wohnflächen

Epoxidharzfugen sind hingegen prädestiniert für Flächen, die mit einem hohen Bewegungsaufkommen und einer dauerhaften Belastung durch säurehaltige oder chemische Stoffe zurechtkommen müssen.

Geeignete Einsatzorte sind zum Beispiel:

  • Fugen rund um Swimmingpools, die mit chlorhaltigem Wasser in Kontakt kommen
  • Bäder in Gebieten mit stark kalkhaltigen Wasser, das säurehaltige Reinigungsmittel erfordert
  • Küchen, in denen die Fugen viel Feuchtigkeit und Öl- und Fettspritzern ausgesetzt sind
  • Balkone, Terrassen, Wege mit Pflastersteinen und Hauseingänge
  • Büroräume, Geschäfte und Industrieflächen, auf denen sich viele Personen bewegen

Zusammenfassend kann man sagen, dass Zementfugenmörtel seine Daseinsberechtigung nicht verloren hat. Aufgrund der gestiegenen Anforderungen (vor allem im Außenbereich und auf Innenflächen mit hoher Belastung) ist ein Fugenmörtel auf Epoxidharzbasis in einigen Fällen jedoch die bessere Wahl!

Tipp: Auch die Farbe der Fugen entscheidet stark über das Erscheinungsbild der neu verlegten Fliesen. Unser Beitrag zum Thema „Die Wahl der richtigen Fugenfarbe“ liefert Ihnen bestimmt neue Ideen.

Tipps für die Verarbeitung von Epoxidharzfugenmörtel

Im Umgang mit Epoxidharzfugenmörtel gilt es einige Herausforderungen zu meistern.

Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die Verarbeitungszeit des Materials. Nach dem Vorbereiten und Anrühren des Fugenmörtels beginnt nämlich die sogenannte Topfzeit. Damit ist die Zeitspanne gemeint, in welcher der Baustoff verarbeitet werden muss, da er sich ansonsten zu verhärten beginnt.

Die Topfzeit von Epoxidharzfugenmörtel beträgt je nach Hersteller etwa zwischen 30 und 45 Minuten. Aufgrund der vergleichsweise kurzen Topfzeit sollte man immer nicht zu viel Fugenmörtel vorbereiten. Mit einer realistischen Planung lässt sich auf diese Weise Materialverschwendung und Stress vermeiden.

Weil Epoxidharz sich relativ schnell verfestigt, sollte man überschüssiges Material zeitnah abwischen. Das Ganze klappt leichter, wenn Sie sich Hilfe holen und zu zweit arbeiten. Während der eine neuen Mörtel aufbringt, wischt der andere sämtliche Rückstände des Epoxidharzes von den Fliesenoberflächen ab.

Der wichtigste Tipp ist, die Arbeit in mehrere überschaubare Abschnitte zu unterteilen. Die fertige Masse ist ziemlich zäh und erfordert somit einen hohen Kraftaufwand, um sie zu verstreichen. Machen Sie die Arbeitsaufteilung daher davon abhängig, wie viel Sie sich realistisch gesehen auf einmal zutrauen.

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