Können Fliesen-Fugen undicht werden?

Fliesen gelten allgemeinhin als die perfekte Lösung für alle Räume mit einer hohen Feuchtigkeitsbelastung. Jedoch sind die dazugehörigen Fugen nicht ganz so langlebig und unempfindlich. Fliesenfugen können also in der Tat undicht werden.

Befinden sie sich in einem brüchigen, porösen oder ausgewaschenen Zustand, so kann Feuchtigkeit durch kleine Risse und Löcher hindurch gelangen und sich hinter den Fliesen sammeln.

Die Schäden an Fliesenfugen entstehen meist durch äußere Einflüsse wie der Benutzung eines aggressiven Reinigungsmittels und können große Probleme nach sich ziehen. Undichte Fugen sollten von daher möglichst ausgebessert werden!

Wodurch werden Fugen beschädigt?

Wandfliesen an der Küchen Arbeitsfläche

Grundsätzlich können Fugen aus drei unterschiedlichen Gründen beschädigt und somit undicht werden: Ungeeignete Reinigungsmittel, Probleme am Unterboden sowie ein falsches Anmischen des Fugenmörtels bzw. Auftragen des Silikons. Zu 99 % liegt die Ursache aber bei der Verwendung von stark säurehaltigen Reinigungsmitteln.

Häufig werden für das Putzen Allzweckreiniger oder Haushaltsmittel benutzt, welche eine hohe Kalklösekraft besitzen. Diese sind zwar für Fliesen meist unproblematisch, sorgen aber für große Probleme auf den Fugen. Das Problem dabei ist nämlich, dass Fugenmörtel alkalisch ist und somit durch die Säure auch nach und nach abgebaut wird. Die Folge daraus sind ausgeschwemmte, raue und brüchige Fugen.

Um Probleme dieser Art in Zukunft zu vermeiden, sollten Sie bei der Reinigung von daher unbedingt auf stark säurehaltige Reinigungsmittel verzichten! Verwenden Sie stattdessen für die normale Reinigung einen möglichst neutralen Pflegereiniger*.

Falls Sie doch Mal mit solchen Mitteln hantierten müssen, sorgen Sie bitte dafür, dass diese nur Kontakt mit den Fliesen haben und nicht auf die Fugen gelangen. Nach einer Reinigung sollte die Fläche außerdem mit klarem Wasser abgespült werden, damit die Mittel nicht weiter auf die Fugen einwirken können.

Welche Folgen haben undichte Fugen

farbliche Fliesen im Badezimmer modern

Durch löchrige oder spröde Fugen kann Feuchtigkeit in dem Bereich hinter den Fugen und somit auch hinter die Fliesen eindringen. Dies kann zum Beispiel durch Spritzwasser in der Dusche oder auch in Form von Dampf in die Risse und Spalten einziehen. Leider ist das größte Problem dabei, dass dies ein schleichender Vorgang ist, der in der überwiegenden Mehrheit der Fälle unbemerkt geschieht. Infolge dessen werden viele Schäden erst dann erkannt, wenn diese schon weit fortgeschritten sind.

Die ersten Anzeichen eines Wasserschadens ist meist die Wahrnehmung eines unangenehm muffigen Geruchs, der nicht genau lokalisiert werden kann. Bleibt die Ursache unbehandelt, kann es zu Schimmelbildung und Schäden am Unterboden kommen. Diese können im Extremfall sogar so schlimm sein, dass sie die Gebäudesubstanz beeinträchtigen und zu einem Versicherungsfall ausarten.

Wenn Sie Bedenken haben, dass sich bereits Feuchtigkeit unter Ihren Fliesen angesammelt hat, lässt sich das übrigens auch überprüfen. Was Sie dafür brauchen und wie dabei vorgegangen werden muss, lesen Sie in folgendem Beitrag auf unserer Seite:

Probleme mit undichten Fugen richtig beheben

Zuerst muss in einem solchen Fall zwischen der Fugenart und dem Grad der Beschädigung unterschieden werden. Neben den „normalen“ Fugen, die meist aus (elastischem) Fugenmörtel bestehen, gibt es noch Silikonfugen, welche vor allem als Dehnungs- und Wandanschlussfugen vorgesehen sind.

Gewöhnliche Fugen sind aufgrund ihrer Materialzusammensetzung besonders anfällig gegenüber aggressiven Reinigern. Abhängig von dem vorliegenden Schaden müssen gewisse Schritte unternommen werden, um die Fugen wieder abzudichten. Fugen sind übrigens kein Werk für die Ewigkeit und dafür vorgesehen, dass sie mindestens alle 10 Jahre erneuert werden.

schwarz-weiß-Muster-Fliesen

Wenn Fugen bereits starke Abnutzungserscheinungen (Löcher, kleinere Risse, poröse Oberfläche) zeigen, aber noch keine Feuchtigkeit hindurchgekommen ist, können sie ausgebessert werden.

Das Ausbessern kann unter anderem etwa mithilfe von Fugenmasse durchgeführt werden und ist für kleinere Problemfälle somit wesentlich einfacher wie das Erneuern der Fugen. Was es bei diesem Vorhaben zu beachten gilt und wie Sie dabei vorgehen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel zu diesem Thema.

Bei starken Schäden und der Vermutung eines Wasserschadens muss die Fuge ausgekratzt und neu verfugt werden. Dieser Prozess ist leider ziemlich aufwendig und erfordert spezielle Hilfsmittel und etwas mehr Vorbereitung. Sie können sich in folgendem Artikel ein besseres Bild von dem Arbeitsprozess machen:

Silikonfugen dagegen müssen bei einer vorliegenden Beschädigung ganz erneuert werden. Da sie meist an besonders beanspruchten Flächen (Badewanne, Verbindung zwischen Wand und Fliese) eingesetzt werden, sollten sie auch etwa alle 4-6 Jahre neu gezogen werden. Dies ist auch der Grund, wieso sie unter anderem als „Wartungsfugen“ bezeichnet werden. Ein Auftragen neuer Silikonfugen ist aber vergleichsweise einfach und bedarf nur wenig Vorbereitung. Wie Sie dabei vorgehen müssen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Fugen immer in einem guten Zustand bewahren

Sie sehen also, wieso es wichtig ist, Fugen in gewissen Abständen genauer zu inspizieren und eventuelle Probleme zu beheben. Sobald eine Fuge Abnutzungserscheinungen zeigt, also löchrig, ausgewaschen oder bröselig wirkt, sollte gehandelt werden.

Je nach Zustand muss abgewogen werden, ob diese vollständig erneuert oder lediglich ausgebessert werden muss. Eventuell ist bei einer hohen Belastung auch eine Imprägnierung sinnvoll. Mit der guten Instandhaltung sparen Sie sich potenziell viel Arbeit und Ärger, indem Sie sich nicht mit den Folgeschäden undichter Fugen herumschlagen müssen.


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