Welche Zahnung für Fliesen verwenden?

Wer Fliesen sauber verlegen will, der kommt ohne einer Zahnkelle* bzw. einem Zahnspachtel* nich sehr weit. Damit die Fliese optimalen Halt auf dem Fliesenkleber oder dem Mörtel findet, braucht die Klebeschicht die richtige Dicke.

Beim Auftragen und Verteilen wird der Fliesenkleber durch die Einkerbungen des Fliesenspachtels „durchkämmt“ und gleichmäßig verteilt. Dabei entfernt die Zahnung der Glättkelle überschüssigen Fliesenkleber, sodass lediglich die notwendige Menge zurückbleibt.

Beim Auftragen und Verteilen wird der Fliesenkleber durch die Einkerbungen des Fliesenspachtels „durchkämmt“ und gleichmäßig verteilt.

Dabei entfernt die Zahnung des Spachtels überschüssigen Fliesenkleber, sodass lediglich die notwendige Menge zurückbleibt.

Durch die Einkerbungen der Zahnkelle entsteht das typische Muster, welches von der Form her an Rippen oder Rillen erinnert und den Fliesen eine hervorragende Haftung bietet.

Jedoch benötigen nicht alle Fliesen dieselbe Menge an Kleber, weswegen es äußerst wichtig ist, die richtige Größe des Glättkelle zu wählen! Nur so kann die Dicke der Klebeschicht dosiert werden.

Auswahl der richtigen Zahnung für Fliesen

Es existiert kein Zahnspachtel in einer Standardgröße, der sich pauschal für alle Fliesen eignet! Die Wahl der Größe der Zahnung sollte sich in erster Linie an der Fliesengröße und dem Material orientieren.

Die Größe der Zahnung und deren Abstand bestimmt die Höhe/Dicke des Fliesenklebers bzw. des Mörtelbetts. Fliesenspachtel gibt es unter anderem in den Größen 6 x 6 mm, 8 x 8 mm und 10 x 10 mm. Dabei gibt die erste Zahl den Abstand der Einkerbungen an und die zweite Zahl deren Tiefe.

Glücklicherweise gibt es für viele Fliesen in den Standardmaßen (wie die 30 x 30 cm, 60 x 30 cm oder 60 x 60 cm Fliesen) einfache Grundregeln, mit deren Hilfe man schnell die richtige Zahnung für die jeweilige Fliesengröße finden kann.

Nur die Verwendung einer Zahnung in der richtigen Größe garantiert die notwendige Mörtelschichtdicke und sorgt für eine optimale Verteilung des Fliesenklebers in dem Charaktertischen Rillenmuster.

Den Bereich zwischen den Rillen nennt man „Verdrängungsraum“. Sobald die Fliese verlegt und angedrückt wird, verteilt sich der Kleber gleichmäßig unter der Fliese, ohne dabei Luft einzuschließen. Auf diese Weise verhindert man auch das Herausquellen von überschüssigem Kleber.

Aus diesem Grund ist es unheimlich wichtig, niemals eine zu kleine Zahngröße zu wählen! Bei einer nicht ausreichenden Größe der Zahnung verbreitet sich der Kleber alles andere als optimal, wodurch einige Teilbereiche hohl liegen und es später zu den berüchtigten Hohlräumen unter den Fliesen kommt.

Mit diesem Problem will man sich in Zukunft lieber nicht beschäftigen, da die Behebung leider viel Aufwand erfordert. Was man gegen hohl liegende Fliesen dagegen unternehmen können, beschreibe ich in dem folgenden Artikel:

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Größe der Zahnung darüber entscheidet, ob die Fliese im Kleber greift oder nicht.

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Trick zu Überprüfung der richtigen Zahnung:
Es gibt eine Methode, mit der man beim Fliesenlegen kontrollieren kann, ob die Größe der Zahnung genügt. Platziere dazu eine Fliese auf die übliche Weise auf den verteilten Fliesenkleber, hebe sie dann wieder hoch und wirf einen Blick auf die Rückseite.

Der Fliesenkleber sollte die Fliesenrückseite im Idealfall vollständig bedecken. Sind hingegen die Rillenmuster noch stark erkennbar, ist die Zahnung höchstwahrscheinlich zu klein.

Übersichtstabelle – Welche Zahnung für welche Fliesengröße

Wie bereits angesprochen, sollte sich die Größe der Zahnung der Glättkelle an der Kantenlänge der Fliesen orientieren. Folgende Tabelle zeigt die Grenzwerte für verschiedene Fliesengrößen, die bei der Wahl der Zahnung für den Kleber entscheidend sind:

  • Mosaikfliesen bis 5 cm Kantenlänge: 4 x 4 mm Zahnung

  • Fliesen bis 10 cm Kantenlänge 6 x 6 mm Zahnung

  • Fliesen bis 30 cm Kantenlänge 8 x 8 mm Zahnung

  • Fliesen bis 60 cm Kantenlänge: 12 x 12 mm Zahnung

  • Große Fliesen mit über 60 cm Kantenlänge: 12 – 15 mm Zahnung

Auf der Packung des Fliesenklebers findet man meist Informationen dazu, welche Zahnung sich am besten für die Verarbeitung des Klebers eignet.

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Richtiger Zahnspachtel zum Fliesen kleben – Typische Beispiele:

  • 30 x 30 cm Fliesen: Ein Zahnspachtel mit einer Größe von 8 x 8 mm reicht für die klassischen Fliesen in diesem Format locker aus.

  • 30 x 60 cm Fliesen: Da Fliesen in diesem Großformat mehr Halt benötigen als die 30 x 30 cm Fliesen, sollte die Zahnung dementsprechend 8 x 8 mm betragen.

  • 60 x 60 cm Fliesen: Bei den sehr beliebten 60 x 60 cm Fliesen handelt es sich um Fliesen im Großformat, daher sollten Sie eine 12 x 12 mm Zahnung verwenden, um einen guten Halt zu sicherzustellen.

Falls die Rückseite der Fliese rau ist, sollte man die nächstgrößere Zahnung wählen, um der Fliese so genügend Halt zu geben.

Es ist im Zweifel immer besser, eine größere Verzahnung zu verwenden als eine zu kleine. Etwas mehr Kleber ist nicht weiter schlimm, wohingegen zu wenig Kleber katastrophal ist und sehr wahrscheinlich zu der Bildung von Hohlräumen unter der Fliese führt.


Übrigens: Durch eine hohe Oberflächenspannung können Fliesen starke Schäden davontragen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Fugen zwischen den Fliesen breit genug eingeplant werden. Der folgende Artikel gibt Ratschläge, an welchen Werten man sich dabei orientieren sollte:


Unterschied zwischen Zahnspachtel und Zahnkelle

Bevor ich näher darauf eingehe, welche Zahnung sich für welche Fliesengröße eignet, möchte ich noch kurz auf den Unterschied zwischen Zahnspachtel und Zahnkelle (auch Fliesenkelle genannt) aufmerksam machen. Erfahrungsgemäß ist vielen nicht direkt klar, welches Werkzeug die richtige Wahl ist.

Auf den ersten Blick sind sich der Zahnspachtel und die Zahnkelle ziemlich ähnlich. Beide bestehen aus einer dünnen Platte aus Stahlblech mit den typischen Einkerbungen und einem daran befestigten Griff. Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied!

Der Griff der Zahnkelle liegt mittig und verläuft parallel zur Kerbung. Diese Anordnung sorgt dafür, dass man die Zahnkelle seitlich hält, wodurch sich der Winkel bei einer Glättkelle besser regulieren lässt

Bei einem Zahnspachtel ist der Griff hingegen auf der gegenüberliegenden Blechkante befestigt, wodurch man einen Zahnspachtel wie einen Teigtrenner an der oberen Kante hält.

Letztendlich erfüllen beide Werkzeuge ihren Zweck. Da die Griffe jedoch unterschiedlich verlaufen, kommt es darauf an, welche Arbeitshaltung und in welchem Winkel Ihnen die Arbeit leichter fällt. Aus praktischen Gründen wird heutzutage aber meist die Glättkelle zum durchkämen des Klebers genutzt.

Kann man Fliesen auch ohne Zahnspachtel legen?

Nach den aktuellen Vorschriften muss die Fliesenlegen entweder in einer Dünnbett-, Mittelbett- oder Dickbettverlegung erfolgen. Bei diesem Verfahren muss der Fliesenkleber zwingend mit einem Zahnspachtel bzw. einer Zahnkelle mit entsprechend großer Zahnung aufgetragen werden.

Falls Fliesen ohne Einsatz einer Zahnkelle gelegt werden, besteht ein sehr hohes Risiko, dass die Fliese nicht gut haften wird oder sich Hohlräume unter den Fliesen bilden werden. Durch die fehlende Zahnung wird nämlich meist zu wenig oder zu viel Fliesenkleber verteilt.

Das Fliesenlegen ohne Zahnspachtel oder Zahnkelle ist daher ohne Weiteres keine Option!

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